Willkommen in der Wönnichstr. 103

Wir sind eine sozial und ökologisch ausgerichtete Hausgemeinschaft in Berlin-Lichtenberg. Mit unserem Projekt verwirklichen wir mitten in der Stadt eine ressourcenschonende, nachhaltige und gemeinschaftliche Lebensweise.

Unser Haus

Das Haus ist ein Berliner Altbau, der im Jahr 2000 als Modellprojekt umweltfreundlicher Altbausanierung mit viel Ökotechnik zum Einsparen, Wiederverwenden und selber Erzeugen von Ressourcen renoviert wurde. Zum Zeitpunkt der Sanierung war das Ziel, in den Bereichen Energie (Wärme & Strom), Wasser, Abwasser, Müll und Baumaterialien eine Reduzierung des Verbrauchs um 75% oder mehr (Faktor 4+) zu erreichen.

Unser Wasser reinigen wir mit unserer hauseigenen biologischen Aufbereitungsanlage für Grau- und Regenwasser, die uns Wasser zum Duschen, Waschen, Toilettenspülen und Gartenbewässerung liefert. Energie gewinnen wir mit Photovoltaik und Solarpaneelen auf dem Dach. Wir reduzieren unseren Ressourcenverbrauch beim Wohnen mit Hilfe von Spararmaturen, Kompost- und 1-Liter-Toiletten. Hier steht mehr zu unseren ökotechnischen Anlagen und hier mehr zu unserer Umweltbilanz.

Entstanden sind so sieben Wohneinheiten. Dieser Wohnraum hat gleich zwei Vorteile: Er ist preiswert und er schont die natürlichen Ressourcen.

Im Dachgeschoss befindet sich eine Bibliothek und unser gemeinsames Wohnzimmer wie Plenumsraum. Im Erdgeschoss gibt es einen Veranstaltungsraum, der für kleinere und größere private wie öffentliche Events genutzt wird. Ein Teil unserer Räume wird von uns zum Arbeiten genutzt.

Wir haben einen großen Garten mit Obstbäumen, Gemüse, Kräutern, Blumen, Wiese und Teich.

Im und vor dem Haus nutzen und pflegen wir mehrere Freeboxen für Kleidung und andere Dinge.

Die Bewohner*innen

In unserem Haus wohnen derzeit 18 Menschen aller Generationen. Wir wohnen in verschiedenen WG-Konstellationen, von allein bis zu siebt.

Manche von uns sind laut, impulsiv, bedacht, queer, cis-hetero, nichtbinär, leise, diskussionsfreudig, diskussionsmüde, an gesellschaftspolitischem Austausch und Reflexion interessiert, queerfeministisch bewegt, handwerklich interessiert und vieles mehr. Wir üben uns darin, gemeinsam Diskriminierungs- und Ausgrenzungsmechanismen zu erkennen und zu vermeiden.

Wir haben eine große Gemeinschaftsküche, in der wir gemeinsam kochen und essen. Wir legen Wert auf vegan/vegetarische, regionale und saisonale Bio-Produkte und einen bewussten Umgang mit Einkaufsstrukturen. Gemeinsame Mahlzeiten, wöchentliche Plena, Inhaltstage, Selbstverwaltung, Diskriminierungskritik, Ökologie und Nachhaltigkeit sind für uns ein wichtiger Bestandteil unseres Zusammenlebens. Aufgaben wie die Selbstverwaltung des Hauses, die Pflege der ökotechnischen Anlagen, Instandhaltung der Räume usw. erledigen wir in Arbeitsgruppen.

Antikapitalismus

Mithilfe unseres Vereins Sonnig Wonnig e.V., in dem alle Bewohner*innen Mitglied sind, haben wir 2018 das Erbbaurecht am Grundstück Wönnichstraße 103 erworben und sind somit in die gemeinschaftliche Verantwortung getreten, das Haus zu bewirtschaften. Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Höhe der Miete haben – Ansparung für Instandhaltungsrücklagen, Tätigung von Sanierungsmaßnahmen und dergleichen mehr – haben wir somit selbst in der Hand. Wir verfügen vollständig über Haus und Grundstück, Eigentümerin des Grundstücks ist derzeit noch die LWE Windkraft GmbH & Co Wonnig KG, langfristig wird es jedoch in den Besitz der Stiftung trias überführt. Ohne deren Zustimmung kann das Haus weder verkauft noch dessen Nutzung geändert werden. Boden und Immobilie sind somit dem Kapitalmarkt und der Spekulation entzogen und eine ökologische Ausrichtung durch die Vorgaben der Stiftung garantiert. Wir verwalten unser Haus, haben daran jedoch kein privates Eigentum.

Einen großen Teil unserer Nahrung beziehen wir aus Solidarischer Landwirtschaft (Solawi), d.h. Erzeuger*innen-Genoss*innenschaften, die Lebensmittel nicht über den Markt vertreiben, sondern ohne Zwischenhändler*innen direkt an die Verbraucher*innen liefern. Konkret handelt es sich dabei um eine Kooperation von lokalen landwirtschaftlichen Betrieben oder Gärtnereien. Die Abnehmer*innen garantieren den Kauf der Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse und können im Gegenzug auf verschiedene Weise in die Produktion oder den Betrieb einbezogen werden. Dadurch, dass sich alle die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte teilen, wird den Erzeuger*innen ermöglicht, sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden fruchtbar zu erhalten, ökologisch und bedürfnisorientiert zu wirtschaften sowie einen ressourcenschonenden Vertrieb zu gewährleisten. Nicht zuletzt wird dadurch Biodiversität durch eine größere Vielfalt beispielsweise seltener Gemüsesorten garantiert und Produkte, die anderenfalls aufgrund von Marktnormen weggeworfen würden, können verwertet werden. Der Solawi-Betrieb unserer Wahl ist der Hof Basta im Oderbruch.